and the night.......

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Black Rose


Endlich ist er da: Mein 18 Geburtstag! Die ganze Zeit habe ich auf diesen Tag gewartet, wo ich hier raus und nach Hellsinki ziehen kann.
6 Jahre sind jetzt vergangen in denen ich mal im Heim und mal bei einer Pflegefamilie gelebt habe. Doch dort habe ich mich nie wohl gefühlt und ins Heim bin ich auch nur gekommen, weil meine Mum zur Alkoholikerin wurde nachdem mein Dad uns wegen einer anderen verlassen hatte.
Jetzt kann ich raus aus diesem Drecksloch und zu meiner Cousine Siiri ziehen. Sie freut sich schon und ich tue das noch mehr. Wir haben uns zwar seit 5 Jahren nicht mehr gesehen, aber sie ist die einzige der ich noch vertrauen kann. Solange ich im Heim war, war sie die einzige die mich besucht hat und mit mir telefoniert hat, mich gefragt hat wie es mir geht und mich eingeladen hat zu ihr zu ziehen. O.K. sie wohnt ,, etwas´´ weit weg , aber lieber bin ich in Finnland als hier in diesem scheiß Kaff.

Mittlerweile ist es jetzt 15.24 Uhr und ich sitze hier am Flughafen und warte auf meinen Flieger. Ich sitze in der Wartehalle schon seit 2 Stunden, obwohl mein Flieger erst in einer halben Stunde fliegt. Ich gebe es zu- ich bin aufgeregt, o. k. ich bin verdammt aufgeregt!
Mein ganzes Leben lang war ich nur einmal bei meiner Familie in Finnland und fand es
- wie soll es auch anders sein, für einen in Deutschland lebenden Menschen- arschkalt!
Ich als Finnin sollte zwar an Kälte gewöhnt sein, nur das meine Eltern die ,,wundervolle´´ Idee hatten nach Deutschland zu ziehen bevor ich…
…,, Der Flieger nach Hellsinki fliegt in 15 min ab. Bitte begeben sie sich zum Schalter!´´
Oh man, dass war aber eine kurze halbe stunde! Ich begab mich zum Schalter und wenige Minuten später saß ich auch schon auf meinem Platz. Ich nahm meinen Disc- man und machte ,,Fallen´´ von Evanecense rein. Irgendwie wurde mir nach kurzer Zeit übel, das Beste was ich tun konnte, in dem Moment war es auf Toilette zu gehen. Nach dem ich meinen Magen bis aufs äußerste entleert hatte, ging ich langsam auf meinen Platz zurück. Was ich dort sah brachte mich erstmal zum schlucken. Ich spürte wie ich langsam aber sich er wütend wurde, versuchte es aber trotzdem mich zurückzuhalten. Auf meinem Platz saß ein Typ, ganz entspannt wie es aussah, und hörte sich Evanecense an, mit MEINEM Disk- man! Er hatte ein grünes Basecap auf. Ich war kurz davor dem Typen voll anzuschreien was das soll, da drehte er sich um. Ich muss indem Moment wohl ziemlich bekloppt ausgesehen haben, weil so wie der mich ansah… Plötzlich machte er seinen Mund auf und sagte:
,, Sitzt du hier? Sorry, ich sitze neben dir und hab den Disk- man gesehen und wollte mal sehen was du so hörst. Coole Mucke! Was ist das? Evanecense?´´
Ich war so geplättet von dem was er da sagte und musste deshalb erst mal einen Augenblick verdauen was gerade passiert ist. Langsam kam ich zu mir, nickte aber nur als antwort.
Er drehte sich wieder um und wollte gerade weiter hören, als ich meinen Mund endlich aufbekam:
,, Moment mal, dass mag ja schön und gut sein das du neben mir sitzt , aber würdest du mich bitte an MEINEN Platz lassen, mir MEINEN Disk- man wiedergeben und dich zurück auf DEINEN Platz setzten?! ´´ Er sah mich völlig perplex an.
,, O.K., O.K. kannst deinen Platz ja wieder haben nur nicht aufregen! Aber eins gebe ich dir nicht wieder: deinen Disk- man behalt ich noch kurz, o.k?´´
Da mir total übel war, hatte ich keine Lust mich mit diesem, wer auch immer er war, Typen zu streiten- sonst würde ich ihm wohlmöglich noch das Shirt voll kotzen. Ich setzte mich zurück auf meinen Platz und war gerade am einschlafen als er sich wieder umdrehte.
,,Wohin fliegst du eigentlich?´´ Eine ziemlich dumme frage , weil der Flieger ja nur nach Hellsinki flog, was dann auch er merkte.
,, Also ich meine… wo genau nach Hellsinki!´´
Verschlafen antwortete ich:
,,Ich ziehe zu meiner Cousine nach Ulrikarsborg und jetzt lass mich schlafen!´´
,, Gut, bin ja schon ruhig!´´ Nach einer weile wo ich dachte ich könnte endlich einschlafen…
,, Ach ja danke für den Disk- man! Ich heiße übrigens Aki!´´
Ich gab es auf in diesem Flugzeug noch einzuschlafen und richtete mich auf. Er hielt mir die Hand hin. Ich sah ihn etwas überrascht an, stellte mich dann aber auch vor.
,, Mina!´´ erst jetzt bemerkte ich, dass er eine schwarze eckige Brille hatte. Er sah eigentlich auf den zweiten Blick ganz nett aus.
,,Und? Wo planst du hinzufahren über die Weihnachtstage?´´ Ich brauch jetzt wohl nicht zu erwähnen, dass heute der 15.Dezember ist. Gut es war etwas außergewöhnlich im Dezember ausgerechnet nach Finnland zu ziehen, wo es da doch so kalt war, aber ich hatte nun mal heute Geburtstag und ich hatte mit meiner Cousine vereinbart noch am gleichen Tag zu kommen. Mal abgesehen davon, dass SIE mir an diesem Tag ohnehin ein Ticket reserviert hatte.
,, Also ich halte nicht viel von Weihnachten oder dem ganzen Zeug drum herum, aber ich fahre zu meiner Familie und Freunden.´´
,, Und was ist mit deiner Freundin? Hast du eine?´´ rutschte es mir so raus, gleich nachdem ich es gesagt hatte biss ich mir auf die Unterlippe und bereute es.
,, Wieso? Sollte das jetzt eine Anmache sein?´´
,, Ja na klar ich bin ja auch so scharf auf dich!´´ mein Sarkasmus siegte wieder einmal.
,, Na gut, wenn nicht warum fragst du dann?´´
,, War nur so. Darf man das nicht!´´
,, Doch ich hab ja nichts gesagt und nur um auf das Thema zurückzuführen: Nein ich habe keine Freundin.´´
,,Schön!´´ oh… das wollte ich jetzt nich sagen!
,, Was meinst du mit schön?´´
,,Nichts Besonderes!´´
,, Wie soll ich das denn verstehen?´´
,, Gar nicht! Das war im Sinne von ,, Freu dich doch ’nen Kullerkeks´´ gemeint, falls du die Ironie in meiner Stimme nicht beachtet hast!´´
Stille…

,,Hast du einen Freund?´´
,, Ich wüsste nicht was dich das angeht!´´
,, Hey Moment mal! Du hast mich gefragt also habe ich auch ein Recht darauf dir die selbe Frage zu stellen!´´
Man der kann vielleicht nerven! Kein wunder das der keine Freundin hat!
,, Nein ich habe keinen Freund zur Zeit.´´
,,Aha… .´´
Mehr sagte er nicht und später auch nicht, also beschloss ich ein bisschen zu schlafen, immerhin waren es nur noch 2 Stunden Flugzeit und ich wollte Siiri ja nicht voll verpennt begrüßen.


2.

,,Hey, wach auf wir sind da!“ und schon wurde ich aus dem wunderbaren Land der Träume geholt und wurde von zwei, na ja sagen wir mal, blauen Augen angeblinzelt, die aus einer schwarz gerahmten Brille hervor stachen.
Kein Zweifel - es war Aki der mir klar machte, dass wir gelandet waren. Völlig verschlafen sah ich aus dem Fenster. Eine stechend weiße Landschaft –ich brauche nicht zu erwähnen das es zu allem Überfluss auch noch schneite- kam mir entgegen. Ich stand auf, nahm mein Handgepäck und begab mich zum Ausgang. Ich sah auf meine Uhr, es war 17.05 Uhr und Aki war gerade damit beschäftigt die Stewardess am Ausgang voll zu quatschen. Eigentlich ging es mich ja nix an über was die sich unterhielten und warum, aber er hielt denn ganzen Verkehr auf und ich hatte etwas Besseres zu tun als im Flieger zu bleiben und Wurzeln zu schlagen! Ich tippte ihn von hinten auf die Schulter, gefolgt von einem künstlichen Husten.
Er drehte sich um. Ich lächelte ihn ganz nett an- wobei ich versuchte meine Wut zu unterdrücken.
,,Entschuldige, aber ich hab es eilig und habe keine Lust zu spät zu kommen nur, weil du gerade Lust auf einen Small- Talk hast!“ Wenn das so weiter geht mit diesem Aki, dann kann ich echt für nix mehr garantieren.
,, Schon gut, schon gut. Ich gehe ja schon weiter! Bloß nicht zickig werden Mina.“
Ich verkniff mir mein Kommentar und zwang mich dafür zu einem Lächeln:
,, Danke.“ Er lächelte der Stewardess, die mich sehr giftig ansah, noch mal zu und ich konnte endlich weiter Siiri suchen und meine Koffer holen.


3.

Nachdem ich meine Koffer hatte ging ich zur Empfangshalle um Siiri zu suchen, doch sie war nicht da und ich beschloss mich auf eine Bank zu setzten und auf sie zu warten. Ich musste nicht lange warten, denn nach ca. 10 min. tippte mich jemand von der Seite an und als ich mich umdrehte sah ich in Siiri’s Blaue Augen.
,, Hey willkommen Süße! Sorry das du warten musstest, ich musste noch jemanden für einen Freund abholen!“ Sie drehte sich um und hinter ihr stand…. AKI!? Ich war völlig verwirrt und sah sie total perplex an.
,, Mina, darf ich vorstellen…“
,,Aki. Ich weiß!“ Sie sah mich erstaunt an.
,,Ach… ihr… ihr kennt euch?“ frage sie etwas überraschend.
,,Ja. Wir saßen nebeneinander im Flieger!“ meldete sich Aki jetzt zu Wort.
,,Aha…! Na dann brauch ich euch ja nicht vorzustellen und wir können gleich zum Bus!?“
Siiri wohnte am Hafen in einem Loft mit ihrem Kumpel… Scheiße das ich auch immer alle Namen vergessen muss! Beide besitzen keinen Führerschein sondern jeweils 3 BMX- Räder.
,,Ist umweltfreundlicher!“ hatte Siiri mir mal am Telefon erklärt, aber wenn sie ehrlich wäre würde sie zugeben das beide nur keine Lust hatten sich denn Prüfungen zustellen. Na ja da es halt im Winter in Helsinki ziemlich kalt und verschneit ist fahren beide in den kalten Monaten mit dem Bus durch die Stadt.


4.

Wir liefen aus dem Flughafen raus in die eiskalte Schneelandschaft. Es war -19°C draußen, dass lass ich von einer Anzeigetafel am Ausgang ab. Wir liefen zur Bushaltestelle. Siiri lief mit Aki ein Stückchen vor mir, ich blieb etwas zurück. Ich genoss es mir die Umgebung anzusehen.
Alles um mich herum war in ein weißes Tuch gehüllt. Die Sträucher, die Häuser , die Autos und die Straßen. Sah man in das Licht einer Straßenlaterne konnte man genau die einzelnen, dicken Schneeflocken erkennen die, die Welt im Winter so unschuldig und rein erscheinen ließen.
Selbst die Menschen waren in diesem Schneechaos kaum noch zu erkennen. Es war wunderschön. Ich konnte es kaum glauben. Womit hatte ich es verdient in einer solch schönen Stadt mit einem solch wunderbaren Menschen wie Siiri zusammen zu Leben?
Ich kam nicht dazu über die Bedeutung dieser Frage lange nachzudenken.
,,Hey, nicht träumen Mina! Das kannst du auch naher. Steig ein, der Bus ist da!“
Ich sah Siiri noch mal an, lächelte ihr zu und stieg dann ein. Ich war wohl so in meinen Gedanken versunken, dass ich wohl nicht bemerkt hatte, dass der Bus da war.

Im Bus:
Wir saßen auf einem vierer Sitz. Siiri neben mir und Aki und die Taschen gegenüber von uns.
,,Sag mal Siiri, warum is den der Lauri nicht selbst gekommen, sondern hat dich geschickt?“ meinte Aki mit einem grinsen.
,,Also lieber Aki:
1. Hat der Lauri mich nicht geschickt sondern ich habe vorgeschlagen dich mit abzuholen, wenn ich schon mal dort war und … “
,,Aber er konnte ja mitkommen…“
,, Unterbrech mich nicht! Und nein er konnte nicht mitkommen- Private Probleme die dich nix angehen!“ grinste Siiri zurück.
,,Was heißt hier ,,Private Probleme“? Ich bin sein bester Kumpel!“ gab Aki zum Besten.
,,Ja und deshalb kannst du ihn ja auch selbst fragen und brauchst mich nicht auszuquetschen!“ Sie streckte Aki die Zunge heraus, drehte sich dann zu mir um und begann zu flüstern:
,,Lauri hat Probleme mit seiner Freundin und kam deshalb nicht, aber nix zu Aki!“ sie legte ihren Finger auf die Lippen.
,,Warum flüstert ihr? Ach… ihr seit gemein!“ sagte Aki mit einem kindlichen Unterton und fügte dann etwas ernster hinzu: ,,Frauen… solch euch einer mal verstehen! Ts, Ts, Ts… “
Dabei verzog er eine Grimasse bei der Siiri und ich uns nicht mehr zusammenreißen konnten. Fast gleichzeitig fingen wir an loszuprusten!
Wir konnten uns nicht mehr einkriegen. Ohne Ende gackerten wir, uns aneinander Stützend, weil er einfach zum heulen aus sah, hörten aber nach ca. 5 min auf, weil Aki anfing zu schmollen- die Blicke der Leute störten uns jedoch reichlich wenig.
,,Ach Akilein, jetzt schmoll doch nich gleich!“ sagte ich, mir die Tränen aus dem Gesicht wischend, ein grinsen unterdrückend.
,,Das werde ich euch heimzahlen!“ sagte er doch die Drohung in seiner Stimme hörte sich nicht bedrohlich an sondern eher komisch. Es war schwer sich da ein lachen zu verkneifen, aber es gelang mir mich nur auf ein grinsen zu begrenzen.
Nach ein paar Minuten Stille stand Siiri auf und sah uns an:
,,So ihr zwei wir sind da, aussteigen!“


5.

Der Weg von der Bushaltestelle bis zu Siiri war nicht weit, so liefen wir stillschweigend, die mit Schnee belegte Straße entlang bis zu einem 8-stöckigen Haus abseits der Straße. Es viel nicht auf, war einfach nur schlicht weiß gestrichen und mit lauter Graffitis ,,beschmückt“.
Irgendwie gefiel es mir hier. Ich stand einen nicht wirklich langen Augenblick da und betrachtete das Haus, als etwas eiskaltes mein Gesicht traf und mich wieder in die Realität beförderte. Aki hatte mich mit einem Schneeball beschmissen!
Siiri und er standen da und hielten sich den Bauch vor Lachen. Na wartet das war einen eindeutige Kriegserklärung! Ich legte meine Taschen auf einer Bank vor der Haustür ab und begann eine Schneekugel zu formen. Ehe Aki sich versah, hatte ER Schnee gefressen! Sein Lachen erstarte wie auf Knopfdruck und diesmal war ich die jenige die sich vor Lachen kugelte.
,,Na warte, du hast es so gewollt!“ rief er mir zu.
,,Dann komm doch her, wenn du dich traust!“ rief ich lachend zurück.
Das hätte ich lieber nicht gesagt, denn schon stürzte Aki auf mich und ich lang wehrlos auf dem Schnee.
,,Na? Wer von uns beiden hat jetzt die Arschkarte gezogen, he?“ fragte er mich mit einem triumphierenden grinsen.
,,Aki- Schatz!!!“
Er drehte sich um und bekam voll Siiri’s Schneekugel ab. Einen Moment lang sah er mich wie erstarrt an.
Ich erkannte meinen Chance und drehte den Spieß um: jetzt saß ich auf seinem Bauch, auch Siiri kam dazu und wir kitzelten ihn beide gehörig ab.
,,Nein … Hilfe!... Hört auf! ... Ich kann nicht mehr! ....“ brachte er noch gerade zwischen Luftholen, rumzappeln und lachen hervor. Siiri und ich sahen uns an und grinsten, dann fingen wir erst richtig an! Nach ca. 10 min ließen wir von ihm ab, weil er kaum noch Luft bekam vor Lacherei - wir wollten ja nicht das Lauri uns wegen Totkitzelns anklagte.
Siiri war die erste, die wieder fest auf zwei Beinen stand und sagte:
,, Na wer hat jetzt Lust auf einen schönen warmen Kaffe?“
Schon ist Aki der erste, der zu Siiri läuft. Aus spaß hob er noch seine Hand und rief:
,, Ich, ich!!! “ als ich das sah, musste ich wohl oder übel grinsen. Langsam stand ich auch aus dem kalten Schnee auf und lief zu den beiden. Ich muss zugeben ich hätte jetzt eher an eine warme Schokolade gedacht, aber nicht Siiri oder Aki. Nein, die schon gar nicht!
(Bekanntlich sind Finnen ja Weltmeister im Dauer-Kaffee-Trinken, wie ich das nenne)
Wir gingen die Treppen hinauf bis zum Loft im obersten Stockwerk. Die Wohnung war ziemlich groß und geräumig. Die ganze Einrichtung war schwarz, weiß- gelegentlich mal was Rotes dazwischen. Links von mir war die Küche, rechts neben mir war ein langer Gang mit vielen Türen- ich schätze mal da waren die Schlafzimmer. Blöde Frage-natürlich waren da die Zimmer, Mensch Mina überleg doch mal- was wird da wohl sollst sein?!
Vor mir war das – im wahrsten sinne des Wortes – riiiiiiiiiesiiiiiiiiige Wohnzimmer mit einem Balkon fast so groß wie eine Terrasse. Man ich wusste gar nicht das Siiri so viel Geld hatte oder bezahlte vielleicht Lauri den größten Teil der Miete?
,, Willst du deine Koffer nicht in dein Zimmer bringen?“ fragte mich Aki plötzlich. Bevor ich antworten konnte sagte Siiri:
,, Oh, man bin ich blöd! Ich habe dir ja noch nicht dein Zimmer gezeigt!“ sie zog mich hinter sich her bis zum Ende des Flures und öffnete die letzte Tür von rechts.
,, Ich hoffe es gefällt dir!“ sie machte eine einladende Geste und ich trat ein. Das Zimmer war genauso riesig wie alles andere in diesem Loft. Mein Bett stand in der Mitte des Zimmers, es war schwarz mit schwarzer Satin Bettwäsche. Die Wände waren rot gestrichen mit einem etwa 5cm hohen weißen Rand bis zur Decke.
,, Ich hole dir dann mal deine Koffer!“ grinste sie und ging aus dem Zimmer. Ich drehte mich einmal und lies mich auf mein neues Bett fallen. Ich schloss die Augen und musste lächeln. Wie schnell sich mein Leben ändern konnte. Auf einmal war ich hier, in Finnland, in Hellsinki (sorry ich schreibe das immer so!  mit Siiri, meiner einzigen Stütze und lag auf diesem enorm großen Bett!
Ich muss wohl irgendwie eingeschlafen sein, denn als ich aufwachte wurde es schon langsam dunkel. Ich streckte mich genüsslich und seufzte leicht zufrieden. Ich stand langsam auf und bemerkte, dass ich noch Jacke und Schuhe an hatte. Ich zog sie aus und sah in der Ecke meine Koffer stehen. Ich nahm mir frische Sachen raus und öffnete leise die Tür. Leise schlich ich mich dann auch zu der Tür auf der ein großen Schilt mit dem Wort ,,kylpy“(Badezimmer) stand und öffnete die Tür und … OH MEIN GOTT… da stand ein Mann. NACKT!!! Ohne Klamotten unter dusche und duschte sich! Ich knallte die Tür zu und rannte so schnell ich konnte in mein Zimmer zurück, dann knallte ich auch meine Tür zu. Ich sank langsam mit dem Rücken zur Tür auf den Boden. Mein Herz raste und alles spielte sich langsam noch einmal vor meinem geistigen Auge ab. Konnte das sein? Konnte das sein das ich ihn da gerade zum ersten Mal getroffen habe und sofort so aufdringlich wirkte? Was sollte er von mir denken? Ich ging noch mal alles durch was ich über ihn wusste: er hatte blonde Haare, grüne Augen, war klein und hatte ein Tattoo am rechten Unterarm. O.K blonde Haare hatte er und ein Tattoo glaube ich auch… oh mein Gott er war es wirklich! Ich habe gerade Lauri, den Kumpel von Siiri, meinen zukünftigen Mitbewohner nackt in der dusche gesehen! Oh man war das peinlich, konnte man überhaupt noch schlimmer sinken als ich jetzt?
Ich hoffte, dass er mich nicht bemerkt hatte und setzte mich auf mein Bett. Das Glück war aber nicht auf meiner Seite und so geschah es das es keine 5min später an meiner Tür klopfte und ein nasses etwas eintrat.
,,So du kannst jetzt ins Bad! Anscheinend hast du es ja eilig!“ grinste mich Lauri, nur mit einem Handtuch um den Hüften, an und ging raus. Somit war meine Frage beantwortet: ja man konnte noch weiter sinken! Ich beschloss nicht mehr freiwillig dieses Zimmer zu verlassen. Aber auch aus dem wurde nix. So etwa 1 Stunde später klopfte es wieder an der Tür und Siiri kam rein.
,, Hey, hast du keinen Hunger? Ich hab was zu essen bestellt! Mexikanisch, das magst du doch oder nicht mehr?“
,, Nein, danke ich will nix essen.“
,, Ach komm! Der Lauri is auch nicht da, der is mit Aki Party machen!“ Na toll, es war ja klar das Lauri DAS Siiri erzählen musste und die mich jetzt damit aufziehen musste! Es war schon so peinlich genug! Ehrlich!
,, Na toll wenigstens hast du was zu lachen!“ sagte ich als sie anfing über meinen Gesichtsausdruck zu lachen.
,, Ach komm so schlimm kann das doch nicht gewesen sein, oder sieht Lauri unter der Dusche wirklich so schlimm aus? Vielleicht sollte ich ja auch mal reinplatzten, wenn er unter der Dusche steht?“
,,Sehr witzig Siiri, ha ha! Es war meine erstes treffen mit ihm und jetzt denkt er bestimmt sonst noch was von mir!“
,, Ach komm du machst dir viel zu viele Gedanken! Lauri fand das Ganze ziemlich lustig, vor allem als er danach in dein Zimmer kam und du ihn wie versteinert angesehen hast konnte er sich kaum noch halten vor lachen! Aber er ist nicht so das er jetzt beleidigt durch die Gegend läuft und nicht mehr mit dir spricht…. glaub mir du machst dir zu viele Gedanken… Wenn es dir hilft, geh doch Morgen zu ihm und entschuldige dich bei ihm, aber nicht bevor er seinen Rausch ausgeschlafen hat sonst kann er ziemlich stinkig werden!“ mit diesem Satz brachte sie auch mich jetzt wieder zum lachen.
,,So und jetzt kommst du mit was essen, mein Magen fangt schon an eine eigene Musikkarriere zu starten!“
Einen Moment später klingelte es an der Tür und das Essen war da.


6.

,,AAAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!! Das wirst du mir büßen du kleine… argh… da fehlen mir echt die Worte!“
Sofort war ich hellwach und saß kerzengerade auf meinem Bett. Es war 9.42 Uhr. Wer verdammt noch mal schrie um 9.42 Uhr morgens durch die Gegend? Ich öffnete meine Zimmertür und was sah ich da? Eine sich auf dem Boden, vor lachen, gringelte Siiri und einen pitschnassen, vor ihr nur in Boxer und T-Shirt stehenden, ziemlich sauer erscheinenden Lauri.
,, Sag mal tickt ihr noch ganz richtig, oder was?! Schon mal daran gedacht das in diesem Haus noch jemand schlafen wollte?! Das geht aber nicht wenn ihr hier durch die Gegend schreit vor meiner Tür!“ giftete ich die beiden stinkig an.
,, Sorry ich kann nix dafür! Lauri hatte geschrieen nicht ich!“ erwiderte Siiri mit einem engelsgleichen Lächeln.
,, Hey Moment mal, wer kam in mein Zimmer und weckte mich mit einem Eimer arschkalten Wasser, he?“ verteidigte sich Lauri.
,, Du hast…“ ich schaute von Siiri zu Lauri ,, Sie hat WAS? Dich mit ’nem Eimer Wasser geweckt?“ ich schaute Siiri ungläubig an. Sie nickte und ich fing augenblicklich an in ihr lachen mit einzustimmen.
,, Hey! Was ist denn daran bitte so witzig?“ man konnte das Fragezeichen in Lauri’s Gesicht schon praktisch sehen. Als wir vor lachen kein Wort heraus bekamen ging Lauri in sein Zimmer zurück und nuschelte was von ,, Weiber… soll die mal einer verstehen!“ und schloss die Tür ab.
Als Siiri und ich uns wieder einkriegten gingen wir in die Küche.
,,Magst du ’nen Kaffee?“
,,Ja, wenn es sein muss.“ Siiri setzte den Kaffee auf.
,,Sag mal, warum hast du ihn denn überhaupt so brutal geweckt? Ich hoffe für dich, dass du das nicht bei mir machst!“
,, Keine Sorge, mach ich schon nich! Nur bei Lauri wollte ich das schon immer mal machen nur um zu sehen wie er drauf reagieren würde und na ja heute hatte ich mal endlich meine Chance!“
,, Was meinst du damit?“
,, Du weißt ja, dass er gestern mit Aki weg war. Irgendwann in der Nacht bekam ich mit wie er nachhause kam, nachdem er mit voller wucht gegen meine Tür lief und ich wach wurde. Danach konnte ich nicht mehr einschlafen und hatte mir vorgenommen ihn genauso wenig schlafen zu lassen, zumal ich mir ja auch denken konnte, dass er einen morts Kater haben wird. Und so bin ich kurz nach 9 Uhr aufgestanden und schnappte mir den Eimer Wasser. Ich schlich mich leise in sein Zimmer, pustete im leicht auf die Augen und wartete bis er die Augen aufmachte. Als er sie dann endlich öffnete goss ich im den Eimer in Gesicht. Darauf hin schrie er mich laut an und jagte mich aus dem Zimmer und na ja… den Rest weißt du ja selber. Schade das du sein Gesicht nicht gesehen hast, er sah wirklich zum Brüllen aus!“
,, Ja, du das kann ich mir vorstellen und dein Gelache war ja nun wirklich nicht zu überhören!“ bei dem Gedanken daran musste ich breit grinsen.
,,Ja das war es wirklich nicht! Hey, warum kriege ich keinen Kaffee von euch?“ plötzlich stand Lauri hinter mir und streckte sich.
,,Bist du nicht mehr sauer auf uns? Ich wusste doch das du es einsiehst, dass ich recht hatte!“
,,Recht in was?“ fragte Lauri.
,, Na darin das du nicht zu viel trinken solltest!“ antwortete Siiri.
,,Ich habe nicht viel getrunken! Ich kann mich noch an alles erinnern was gestern passiert ist!“
,,Ach ja? Dann sag mir mal was du gestern gemacht hast bevor du schlafen gegangen bist!“
,,Ich habe noch eine Zigarette geraucht und eine Kopfschmerztablette genommen, dann bin ich ins Bett gegangen!“ sagte Lauri ganz davon überzeugt.
,,Siehst du eben das meine ich! Du erinnerst dich nicht mehr daran, dass du noch vorher gegen meine Zimmertür gelaufen bist und mich aufgeweckt hast!“
,,Hab ich das ? Oh, dass weiß ich echt nicht mehr, aber riesiges sorry- kann ich das irgendwie wieder gut machen?“ Lauri ging auf Siiri zu und guckte sie mit einem Dackelblick an.
,,O.k, O.k ist ja schon vergessen.“ Siiri konnte und wollte diesem Blick nicht mehr ausweichen und gab nach.
,,Wie spät ist es denn überhaupt?“
,,Ähm… es ist….genau 11.23 Uhr“ sagte ich zu Siiri die gleich darauf hin große Augen machte und sagte:
,,Paska! Ich habe einen Arzttermin in 15min.!“ sie stand auf und nahm ihre Jacke während sie auf dem Weg zur Tür war ,, Ich rufe euch an wenn ich wieder unterwegs nach hause bin. Viel Spaß euch beiden und bis naher! Tschüss“
,,Tschüss.“
,,Heippä!“
,,Na, was wollen wir zwei jetzt machen?“ fragte mich Lauri nachdem er meinen und Siiri’s Kaffee zu Ende getrunken hatte.
,,Hmm… ich weiß nicht genau, obwohl ich bin schon lange nicht mehr hier gewesen, besser gesagt seit 11 Jahren nicht mehr- ich glaube es wäre am Sinnvollsten mir die Stadt zu zeigen, natürlich nur wenn du nix anderes vor hast!“
,,Nö ich habe nix anderes vor. Ich gehe mich dann mal anziehen.“ Sagte er und stand auf.
,, Ähm… Lauri, warte mal kurz.“
,, Was ist?“
,,Ich… ähm… wollte mich endschuldigen!“
,,Wofür?“
,, Dafür, dass ich gestern so eilig ins Bad ging ohne anzuklopfen.“ Ich senkte meinen Kopf und flüsterte es schon fast. Es war so peinlich vor ihm zu stehen, ich konnte ihm nicht in die Augen sehen.
,,Achso, dass meinst du! Das ist nicht so schlimm, kann jedem mal passieren! Und jetzt sollten wir uns wirklich anfangen anzuziehen sonst werden wir hier nicht fertig!“


7.

Mittlerweile war schon fast eine Stunde vergangen und Lauri war immer noch im Bad. Ich habe ja gehört das Frauen ,,etwas“ länger zum Haare stylen brauch, aber das Männer so lange brauchen habe ich noch nie erlebt! Da endlich er kommt raus aus seiner Grotte! Oh man, das sah ja geil aus! Lauri hatte seine blonden Haare Spitz nach hinten gegellt und schwarzen Kajal um die Augen, ein schwarzes Tank-Top und eine Schwarze Baggy mit einem Nietengürtel. Ich hatte eine schwarze Stoffhose und ein olivgrünes Oberteil an, schwarz geschminkte Augen und einen Pferdeschwanz. Meine Haare waren Braun mit Schwarz von unten, was man im Zopf besonders gut sehen konnte.
,,Sag mal willst du wirklich nur in Tank-Top und Jacke auf die Straße?“
,, Ach komm sag jetzt nicht du machst dir sorgen um meine Gesundheit sonst fängst du schon so an wie Siiri! Mach dir keine sorgen ich bin Abgehärtet!“ Ja, ja das sagen sie alle- dachte ich mir und sagte nichts mehr.

Auf der Straße:
Draußen war es immer noch kalt, aber schon wärmer als gestern, der Schnee war immer noch mindesten einen halben Meter hoch und die Sonne schien. Wir gingen ein kleines Seitengas entlang. Es liefen schon noch ein paar Leute da lang, aber nicht so viele wie auf der Hauptstraße. Lauri wollte denn Weg nehmen ,, Ist schneller“ - hatte er gesagt, hm ich, merk’ schon wie kurz der Weg war!
,,Mina, hast du was dagegen, wenn wir noch kurz bei meinem Kumpel vorbeischauen?“
,,Nein, wieso?“
,,Ach nur so! Ich wollte ihn fragen ob er mit kommen will, ich meine das ist doch bestimmt witziger als wenn ich hier allein Reiseleiter spielen soll.“ Wir fingen beide an zu lachen.
,,Klar da nimmt man seinen Kumpel gleich mit! Warum auch selbst so viel labern, wa?“
,,’Türlich was dachtest du denn?“ Er schaute auf die andere Straßenseite.
,,Ah, da sind wir!“ er zeigte auf ein zweistöckiges Haus auf der anderen Seite. Wir liefen rüber. Auf der Klingel stand Jämsä. Hm, komischer Nachname dachte ich mir und tat es Lauri gleich, ich stellte mich etwas hinter im und wartete bis jemand öffnete. Lange mussten wir nicht warten. Es öffnete ein junger Mann von, na ja schätze mal 23 oder 24 Jahren. Seine längeren Haare hingen ihm nass ins Gesicht und er hatte nur ein Handtuch um die Hüften! Nee, oder? Das kann doch nicht sein das ich seit dem ich hier bin alle Männer beim ersten Treffen mit nur einem Handtuch sehe! Das muss ein Fluch sein oder so was, aber warte mal wenn ich das so sehe ist das gar nicht mal so…
,,Hey Mina! Hallo? Kommst du, oder bleibst du lieber draußen?“ Lauri stand in der Tür und sah mich fragend an.
,,Ähm ja klar komm ich mit!“ antwortete ich schnell.
Das Haus war von innen ganz anders als unseres, es war viel bunter! In jedem Zimmer waren die Wände anders gestrichen. Und die Möbel, ich musste grinsen, wie konnte es auch anders sein waren von IKEA, dass konnte man auf den ersten Blick erkennen. Solch ausgeflippte Möbel entwirft nur IKEA! Es wunderte mich nur, dass er in Finnland schwedische Möbel hatte. Klar gab es in Finnland auch IKEA, aber ich hätte mir lieber finnische Möbel ausgesucht. Aus finnischen Möbelhäusern, aber das geht mich ja nichts an.
Nun waren wir im Wohnzimmer angekommen und setzten uns auf die Couch.
,,Ich gehe mich dann mal schnell anziehen.“ Sagte der Typ, anscheinend hatte Lauri ihm schon gesagt das wir in die Stadt gehen würden.
,, Sag mal Lauri wer ist das, du hast mir nicht mal gesagt wie er heißt.“
,, Achso sorry! Das ist Teijo, der Freund von Siiri!“
,, Was? Ihr Freund? Sie hatte mir nie erzählt dass sie einen hat!“
,, Na ja, ich sollte es ja auch keinem erzählen, aber du bist ihre Cousine und von daher, außerdem dachte ich du weißt so was! Bitte sag ihr, aber nicht das du es von mir weißt sie wird mir sonst den Kopf abreisen!“
,, Nein keine Sorge mach ich schon nich! Ich werde sie einwach darauf ansprechen mal sehen ob sie es mir selber erzählen wird!“ In dem Moment kam Teijo ins Zimmer.
,,’Tschuldige ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt! Teijo!“
,, Nich so schlimm! Mina, nett dich kennen zu lernen!“ wir gaben uns beide die Hand.
,,Gleichfalls! Und woher kennt ihr euch nun?“ fragte er von mir zu Lauri und zurück guckend.
,,Ich bin Siiri’s Cousine.“
,, Ja und sie wohnt seit gestern bei uns.“ fügte Lauri hinzu.
,, Ach du bist die Cousine! Siiri hat mir schon viel von dir erzählt!“ tja dann wusste wohl alle wer ich bin, ich aber nicht wer sie. Super koordiniert Siiri!
,,O.K genug vorgestellt, können wir jetzt?“ fragte Lauri.
,,Ja, klar!“


8.

Wir liefen eine Zeit lang durch die Stadt. Die Jungs zeigten mir ein paar Sehenswürdigkeiten, wie den Hafen. Wir spazierten ein bisschen durch den Park, der zum Einkaufszentrum führte.
Dort gingen wir shoppen. Die Jungs kauften mir sogar was! So in der Art als Willkommensgeschenk! Von Lauri bekam ich ein schwarzes Sommerkleid, das bis kurz vor die Knie ging, er wollte es mir sofort kaufen nachdem ich es anprobiert hatte. Seine Begründung war: ,,Es steht dir einfach und du solltest es haben!“ ich weiß sehr einfallsreich von ihm, aber wenn er meinte er hätte zu viel Geld, obwohl ich ehrlich gesagt keine Ahnung über seine Kontostand habe, ich werde mich nicht beklagen mir sollst recht sein! Ich konnte nämlich von mir aus nicht gerade behaupten ich hätte viel Geld zurzeit. Von Teijo bekam ich ein kleines Geschenk. Ich weiß aber noch nicht was drinnen ist, weil er gesagt hatte, ich solle es erst zu Hause öffnen wenn er nicht da ist. Süß von ihm, ich könnte mich glatt in ihn verlieben, wenn er nicht mit Siiri zusammen wäre! Wahrscheinlich hatte sie mir auch deshalb bis jetzt nicht von ihm erzählt, obwohl sie wissen müsste das ich nie einer Freundin, geschweige den Siiri, den Freund ausspannen würde. Die Jungs hatten sich ebenfalls etwas gekauft. Lauri hatte im Schaufenster ein ärmelloses, schwarzes Thunder- Shirt gesehen, bei dem er ,,nicht nein sagen konnte als er es gesehen hatte“. Manchmal denke ich er würde die Teile sammeln um eines Tages ein eigenes Museum mit den Dingern zu eröffnen! Absurde Idee, ich weiß, aber nach dem zu Urteilen was Siiri mir am Telefon erzählte, hatte er schon mindestens 30 von den Shirt’s! Teijo kaufte sich eine beige Baggy mit ziemlich vielen Taschen dran und wenn ich ehrlich bin sah er auch ziemlich gut darin aus, genauso wie Lauri in seinem Shirt. *grins,grins* Nun waren wir auf dem Weg in das Stammcafe der Jungs.
Es war ein schöner, sonniger, verschneiter Wintertag.
Das Cafe war unauffällig und klein, kein wunder das es ihr Lieblingscafe war- schön ruhig und still die Gegend hier! Wir setzten uns an einen Tisch ganz hinten am Fenster, ich neben Lauri und Teijo mir gegenüber.
,,Ach ist es schön wieder hier zu sein!“ stöhnte Teijo leicht auf.
,,Was meinst du damit?“ fragte ich ihn.
,,Na ja in letzter Zeit hatte ich nicht soooo viel Zeit in das Cafe zu gehen.“
,,Tja, dass ist dein Pech ich habe dich ja gefragt ob du mit uns mitkommen willst, aber du wolltest ja nicht!“ sagte Lauri nun.
,,Wovon redest du Lauri?“ fragte ich ihn.
,,Ach nix, er meint nur das ich anfangs die ganze Zeit mit Siiri weg war und sie halt so eine Schmusekatze ist die lieber zuhause bleibt als weggeht.“ antwortete Teijo für Lauri.
DRING,DRING!!!!!!!!!!!!
,,Oh, entschuldigt Jungs mein Handy…..“ ich drehte mich leicht von den Beiden weg und nahm ab:
,,Hallo?“
,,Terve Mina! Ich bin’s Siiri ich komm gerade vom Arzt und wollte fragen ob ihr schon zu hause seit und ob ich was einkaufen soll?“ ach Siiri war das…..
,,Hey Süße, ne brauchst du nich wir waren gerade einkaufen. Wir sind in einen Cafe magst du auch kommen?“
,,Ich welchem seit ihr denn?“
,,Sag in unserem Stammcafe, sie wird schon wissen welches!“
Sagte plötzlich Lauri von der Seite. Das war ja klar, dass er mitgehört hatte….
,,Lauri sagt ich soll dir sagen das wir im Stammcafe sind.“
,,Ja ok danke bin gleich da! Bis dann! Tschüss!“
,,Ok bis dann! Heippä!“
Eine viertel Stunde später war Siiri dann auch bei uns im Cafe….
,,Hey ihr beiden!“ sofort protestierte Teijo mit einem räuspern und machte auf sich aufmerksam, aber selbst schuld wenn er so entfernt von uns saß dann kann es passieren das sogar die eigene Freundin einen übersieht.
,,Oh sorry! Hi ……..Teijo?“ etwas verwundert schaute Siiri auf ihn.
,,Hast du jemand anderes erwartet, Schatz?“ antwortete er mit einem grinsen im Gesicht.
,,Ich bin nur überrascht das du hier bist, ………aber eher positiv…..“ sagte sie mit einen verruchten grinsen und ging sofort auf ihn zu und gab ihm einen Begrüßungskuss.
,,Gut da wir ja alle beisammen sind- wer bezahlt die Kaffees?“ warf Lauri nun in die Runde.
,,Hm….lass mich überlegen…..ich schätze mal du, ne?“ antwortete ich ihm.
,,Warum ich?“
,,Warum nich? Und außerdem was fragst du auch so blöd, wenn man das fragt muss man auch die Gefahr mit einbeziehen, dass es einen selbst trifft!“ sagte nun Teijo.
,,Och ne! Ich bin pleite!“ maulte das kleine Laurilein.
,,Aber ins Cafe gehen wollen!“ sagte nun wieder ich.
,,Och man, ok ihr habt mich überredet! Ich geh’ ja schon, ich geh’ ja schon!“ seufzte er.
,,Warte mal ich komm mit, will ja denn richtigen Kaffe, am ende krieg ich noch irgendwas ungenießbares!“ grinste Teijo und lief Lauri hinter her.
,,Und? Wie war’s beim Arzt?“
Siiri seufzte und antwortete dann:
,,Ähm, Mina zu dem Arzttermin da muss ich dir noch was sagen…… können wir das später zuhause besprechen?“ sagte sie nun etwas unsicher.
Ich wusste nich was ich sagen sollte. Plötzlich wurde ihr Gesichtsausdruck sehr ernst und sie wirkte nun etwas verzweifelt…..Ich wusste nicht was ich davon halten sollte und sagte deshalb nur:
,,Klar.“
,,Gut!“ nun lächelte sie wieder. Ich lies mir meine bedenken nicht anmerken und lächelte zurück.
,,………. Ja aber du musst ja auch immer so schmächtig gucken!“ wir hörten wie Teijo und Lauri zurück kamen mit den Kaffees!
Sobald ich die beiden erblickte hielt ich sofort meine Hand hin zu Lauri und wartete auf meine heiß ersehnten Kaffee.
,,Wartest du auf irgendwas?“ fragte Lauri fies grinsend.
Ich sah ihn mit einem Engels-Blick an.
,,Ja auf den Kaffe, kleiner.“
,,Hey wer is hier klein?“ fragte er mit einem Blick den ich nicht zuordnen konnte….er sah mir ganz tief in die Augen. Auf einmal wurde mir ganz anders ich musste was tun, aber was? Ich schnappte mir den Kaffee von Lauri und grinste zurück und setzte zum trinken an. Als ich wieder hoch sah und Lauri ansah hatte er wieder diesen Blick und ich verschluckte mich daraufhin sofort. Worauf mich Teijo ziemlich eigenartig ansah und sagte:
,,Siehst du Lauri das meinte ich mit vorhin!“
,,Was meintest du vorhin? Worüber redet ihr?“ fragte Siiri sofort neugierig.
,,Ach, nichts. Wir standen an der Theke um die Kaffees zu bestellen und als Lauri bestellt hatte, schaut er die Verkäuferin noch mal an und die wurde daraufhin ziemlich rot. Ich meinte dann nur noch, dass er alle einschüttert mit seinem schmächtigen Blick. Na ja und er wollte mir nich glauben!“ antwortete er.
,, Ach, du kannst aber auch gar nichts für dich behalten, oder?“ sagte Lauri zu Teijo.
,,Och komm jetzt wird nich gleich pampig!“ sagte Siiri.
O, man jetzt fangen die schon an sich zu streiten wegen gar nichts! Ich glaub ich sollte mich mal verkrümeln!
,,Ähm, Leute? Wenn mich einer sucht ich bin draußen eine rauchen.“
,,Warte mal ich komme mit.“ gab mir Lauri entgegen.
,,Typisch, wenn’s um dich geht ziehst du dich mal wieder elegant aus der Affäre!“
,,Sag mal Siiri was is den heute mit dir los? Heute Morgen warst du doch nich so schlecht gelaunt. Und jetzt zickst du hier rum wegen so’ner Kinderkacke!“ stellte Lauri fest.
,,Hat die der Arzt was falsches gesagt, oder was?“ Volltreffer! Als hätte Lauri irgendwas gewusst ließ er dieses Kommentar ab. Ich an seiner stelle würde jetzt lieber nix mehr sagen.
Nach diesem Kommentar hat es Siiri die Sprache verschlagen- war klar das sie auf so was nicht vorbereitet war. Aber ihn trifft ja keine Schuld, woher sollte er ja auch wissen was passiert war.
Nachdem Siiri nichts mehr gesagt hatte gingen Lauri und ich raus, vor das Cafe um unser verlangen nach einer Zigarette zu stillen. Ich nahm mir eine Zigarette und steckte sie mir an.
Hmm…..wie hab ich dieses Gefühl vermisst. Ich rauche nicht viel und auch nicht oft, aber wenn ich Gelegenheit dazu kriege, so wie jetzt, an diesem kaltem Wintertag, dann rauche ich auch gerne mal eine. Nun stehe ich hier, an diese arschkalte Mauer angelehnt und schaue Lauri dabei zu wie er sich darüber aufregt, dass er seine Jacke drin’ vergessen hatte.
,,Sag ma willste nich rein und dir deine Jacke holen? Ich meine ja nur, aber ich bin davon ausgegangen, dass du weißt das du dir mitten im Winter in Hellsinki vor einem Cafe ohne Jacke den Tod holen kannst.“
,,Ja, dass weiß ich schon aber du glaubst doch nich ernsthaft, dass ich da jetzt noch ma reingehe und mich von Siiri anzicken lasse?“
,,Hm…Wie du meinst, deine Gesundheit. Ich dachte ja nur du willst noch ’ne weile unter den Lebenden kursieren, aber bitte……“
,,Du sollst nich denken sondern Taten sehen lassen!“
,,An was denkst du da?“ fragte ich irgendwie zweideutig.
Er zog mich plötzlich an sich ran und kuschelte sich zu mir unter die warme Daunjacke.
,,Such dir was aus.“ grinste er zurück, dann nahm er einen zug von meiner Zigarette, kriechte unter der Jacke hervor und ging wieder rein. Perplex wegen dem was er gesagt hatte blieb ich dort stehen. Plötzlich fühlte ich mich irgendwie allein und verlassen. Auf der anderen Straßenseite war ein Park. Ich beschloss dort spazieren zu gehen. Nach einer Weile kam ich an einer Lichtung vorbei und setzte mich auf den nassen Rasen. Plötzlich fing ich an, an meine Mutter denken. Ob sie noch lebt oder sich schon längst Totgesoffen hat? Was is wenn sie schon längst tot ist und ich es nie erfahren würde? Aber es war ja auch ihre Schuld. SIE hatte mich weggegeben, SIE hatte mit dem Trinken angefangen – nicht ich! Ich sollte nich so viele Gedanken an meine Familie verschwenden. Ich weiß da klingt jetzt arrogant und eingebildet, aber was würdet ihr tun, wenn ihr euer Leben lang versucht mit euren Erzeugern ausfindig zu machen und dann nur abgewiesen werdet, ohne überhaupt zu wissen warum?
Ich saß noch eine Weile da und lies mir noch ein paar Sachen durch den Kopf gehen. Irgendwann ging ich dann auch nach hause. Als ich ankam schlief Siiri bereits zusammen mit Teijo auf der Couch- haben es wohl nich mehr bis ins Bett geschafft die Beiden. Ich nahm eine Decke und deckte die Beiden zu, dann ging ich auch ins Bett.


9.

Die nächsten Wochen passierte nicht viel: Siiri und Teijo fuhren in Urlaub über Weihnachten, Lauri musste mit Hanna, seiner Schwester, Weihnachten zuhause bei seinen Eltern außerhalb von Hellsinki verbringen und ich? Joa ich war Weihnachten über bei Aki. Wir hatten viel spaß. Er ist eigentlich ganz anders, als ich dachte. Man kann mit ihm über alles reden und alles machen. Er ist spontan- sowie ich. Wir haben viel über unsere erste Begegnung im Flugzeug geredet und gelacht. Damals hätte ich nie gedacht, dass dieses quirlige Ding mal mein bester Freund wird! Ansonsten? Ja! Siiri ist doch nicht schwanger wie erwartet, es hat sie ziemlich mitgenommen, weil sie und Teijo sich ein Baby schon seit längerem wünschen, wie mir Lauri erzählt hatte. Darum auch die Idee von Teijo in Urlaub zu fahren, wer weiß? Vielleicht wird ja noch was aus dem Baby. ;-)
Etwas anderes: Gestern hat mir Aki Eero und Pauli vorgestellt. Die beiden sind echt nett! Wir waren Schlittschuhlaufen. Das war ’ne Aktion! Ich hab mich vor lachen nich mehr eingekriegt und habe deshalb noch heute Muskelkater in der Bauchgegend.
Eero hatte Probleme sich auf den Schlittschuhen zu halten, weshalb dann Pauli und Aki, die das schon besser können, angefahren kamen und ihm helfen wollten. Leider hatte die Sache nur einen Hacken: Eero ist fast einen Kopf größer als die Beiden anderen und somit sind sie alle Drei auf Eis geknallt, beim Versuch Eero zu halten und haben die Bahn versperrt. Ich beobachtete das ganze aus sicherer Entfernung und lachte ohne ende. Was ich aber zu spät bemerkte war, das die Jungs ziemlich schnell und urplötzlich hinter mir standen und ich sofort einen Ladung Schnee abbekam. Wir starteten, samt Schlittschuhen, einen Schneeballschlacht die es in sich hatte. Es kam darauf was kommen musste: wir wurden rausgeschmissen! Angeblich hatten wir die anderen Besucher gestört. Na ja Einbildung ist auch ’ne Bildung!
Wie schon gesagt verlief der Tag lustig und war auch für mich eine Ablenkung. Seit dem Gespräch mit Lauri vor dem Cafe haben ich mir oft den Kopf zerbrochen was er damit meinte mit ,,lass Taten sehen“ und ,,such dir was aus“. Ich weiß es war kindisch über so etwas nachzudenken, aber ich konnte nicht anders. Egal was ich dachte es führte eh nur wieder zu dieser einen verfluchten Frage: Was meinte er nur damit?
Heute würde er zurück kommen- ,,etwas früher als geplant“ sagte er am Telefon. Siiri und Teijo würden erst in zwei Tagen kommen. Eine Gelegenheit mit ihm unter vier Augen zu sprechen hatte ich bis jetzt nich, deshalb hatte ich mir fest vorgenommen ihn zu fragen, eine antwort von ihm zu bekommen. Ja, dass würde ich, ihn fragen. Gleich heute, wenn er wieder zu hause sein wird!
Nun muss ich mich beeilen. Aki wartet unten auf mich. Lauri hatte ihn gebeten ihn abzuholen vom Flughafen, weil Hanna’ s Auto kaputt gegangen war und deshalb bei seinen Eltern geblieben ist. Aki ist von uns der einzige der ein Auto und einen Führerschein hat. Er ist auch der einzige mit dem ich mich in ein Auto setzte würde ohne bedenken- zu mindest solange er noch nichts getrunken hat!
,,Na? Wie geht’s dir nach unserer gestrigen Vorstellung?“ fragte mich Aki nachdem ich mich ins Auto gesetzt habe.
,,Na ja bis auf die Magenkrampfe ganz gut!“
,, Tja das kommt davon wenn man mir nicht gehorchen will und sich kranklachen muss- im wahrsten Sinne des Wortes!“
,, Ja da kommt mal wieder ein Stück des geistreichen Aki hervor, was?“
,,Du jetzt werd ma nich frech, dass is immer noch mein Auto und ich kann dich jederzeit rausschmeißen, wenn ich will!“
,,Willst du aber nicht!“ lächelte ich zurück.
,,Nenn mir eine guten Grund warum nicht.“
,,Weil du es bereuen würdest unsere Freundschaft aufs Spiel gesetzt zu haben und weil Siiri dich dafür wahrscheinlich erwürgen würde?“ Engels-Blick und Augen Aufschlag Richtung Aki folgte.
,,O.k, dass waren jetzt Zwei gut Gründe. Na gut du hast mich überzeugt ich gebe auf, aber du solltest trotzdem nett zu mir sein sonst erzähl ich Lauri, dass du sein Tagebuch gelesen hast!“
,,Du spinnst. Lauri hat kein Tagebuch.“
,,Aha und woher weißt du das so genau? Also doch in seinem Zimmer geschnüffelt“
,,Ja gut ich geb’ s ja zu, aber ich hab nur eine CD gesucht. Außerdem würde ich mich bei der Unordnung gar nich trauen irgendwas anzufassen. So gut wie alles in seinem Zimmer ist mit Klamotten bedeckt. Ich wunder mich echt was der mitgenommen hat, wenn seiner halber Kleiderschrank in seinem Zimmer verstreut rumliegt.“
,,Ja so is Lauri halt, nur was mich wundert ist: Wozu hat er überhaupt einen Kleiderschrank, wenn der eh immer leer is?“
Stille.
,,So wir sind da. Aussteigen.“
Ich stieg aus und atmete tief und genüsslich die Flughafenluft ein- auch wenn diese nicht viel unterschiedlicher ist als die bei uns im Viertel, werden da Erinnerungen wach. Da bin ich wieder an dem Ort an dem sich mein Leben völlig verändert hatte. Ich hätte nie gedacht so schnell wieder hier zu sein.
,,Sag mal was machst du da? Willst du hier Wurzeln schlagen oder was?“
,,Nee, ich komm ja schon, nich pampig werden Aki-Schatz sonst komm ich gar nicht.“
Um ehrlich zu sein wünschte ich mir echt nich mitkommen zu müssen, aber ich hatte keine Wahl. Nein, ich hatte eine Wahl, aber ich wollte sie nicht wahrhaben.
,,Mensch da werden Erinnerungen wach, was?“
,,Hm? Hast du was gesagt?“
,, Sag mal Mina was is los? Du bist irgendwie heute so abwesend, schon vorhin im Auto hab ich das gemerkt.“
,,Mir geht’s gerade nich so gut, mach dir keine Sorgen.“ Na ja eine gute Lügnerin war ich nun wirklich nich, dass sah man Aki auch an. Er glaubte mir kein Wort, aber um weiter nachzuforschen, was los war, kam er nicht- zu meinem Glück!
,,Hey Aki!“ eine na ja so wie ich große weibliche Person kam auf ihn zugelaufen und lies unterwegs ihre Taschen fallen. Sie umarmte ihn stürmisch.
,, Hi Hanna! Lange nich gesehen. Wo hast du den deinen Bruder gelassen?“
,,Ach du kennst doch Lauri, der muss erstmal seine Haare zurecht machen. Der kommt gleich.“
Kaum hatte sie den Satz beendet kam ein etwas mies gelaunter Lauri um die Ecke. Er sah ziemlich zerknittert aus.
,,Hey was machst du so’ne lange Fresse? Hat dich die Stewardess aus der Flugzeugtoilette rausgeschmissen bevor du deine Haare fertig machen konntest?“ grinste Aki Lauri an, während der alle nacheinander zur Begrüßung umarmte.
,,Ha, ha sehr witzig Hakala!“ O man mit dem war jetzt echt nich gut Kirschen essen!
,,Was is denn mit dir los?“
,,Ach lass ihn, ich glaub das Lauri is nur müde.“
Etwas Undefinierbares kam zurück aus der Richtung in der Lauri stand. Ich schätze mal das sollte so viel wie ,,Ja“ bedeuten.
,,Und du musst Mina sein.“ Hanna reichte mir die Hand.
,,Ich hab schon viel von dir gehört! Ich bin Lauri’s Schwester, aber ich glaub das weißt du schon!“
,Ja, ähm…….Hallo! Nett dich mal persönlich kennen zu lernen, Hanna.“
,,Habt ihr alles?“ fragte Aki. Hanna und Lauri nickten.
,,Gut dann können wir ja gehen.“ Aki nahm Hanna’ s Koffer und ging mit ihr voraus zum Auto.
,,Ähm …….. Mina ich hoffe du hast nichts dagegen, dass ich Hanna mitgebracht hab.“
,,Nein, es is nett sie mal kennen zu lernen. Aki hat mir von ihr erzählt.“
,,Gut, denn weißt du es ist nämlich so: Hanna will ab nächsten Sommer hier in Hellsinki Medizin studieren und braucht deshalb eine Wohnung…“
,,….und wird deshalb bei uns wohnen?“ mischte ich mich ihm ins Wort.
,,Nein, sie kennt sich hier ja nicht aus. Deshalb werde ich ihr helfen eine Wohnung zu finden und solange wird sie bei uns wohnen.“
,,Uns was ist mit Siiri? Sie kommt mit Teijo in 2 Tagen aus dem Urlaub.“
,,Ich hab sie von meinen Eltern aus angerufen. Sie ist einverstanden, dass Hanna kommt und hat sich bereit erklärt solange bei Teijo zu wohnen.“
,, Ah…. verstehe. Und du hattest zu dem Zeitpunkt ja auch keinen Hintergedanken dies bezüglich dem Baby, war?“
,, Nee, ach komm ich doch nich! An was denkst du?“
,, Nein jetzt mal im Ernst. Hast du sie gefragt was jetzt is mit den Beiden?“
,,Nein leider nicht. Ich habe nur sehr kurz mit ihr Telefoniert. Teijo nahm ihr den Hörer aus der Hand und sagte was von ,,sie kann jetzt nich“ und ,,wir rufen später an“, aber bis jetzt haben sie sich nich gemeldet.“
,,Ach lass ihnen doch den Spaß. Die sind wahrscheinlich zu ,,beschäftig“ um uns anzurufen.“
grinste ich zurück.
,,Vielleicht sollten wir zu Aki und Hanna zurück zum Auto. Die Beiden zu lange allein kann nich gut gehn. Der kitzeln sie wahrscheinlich zu Tode.“
,, Ja da tut mit Hanna leid, dass ist wirklich hart.“
,,Ach? Was ist denn da zwischen dir und Aki gelaufen in der Zwischenzeit wo ich nich da war?“
,,Nichts, an was denkst du denn?“ antwortete ich ironisch und verdrehte die Augen.
,,Wir sind jetzt nur ziemlich gut befreundet. Da du und Siiri ja nich da wart musste ich mich ja anderweitig beschäftigen, oder dachtest du ich hätte Weihnachten und Silvester alleine verbracht?“
,,Nein, aber es überrascht mich nur das es gerade Aki ist.“
,,Ja du, mich überrascht’ s auch.“
,,Was hast du noch so gemacht in der recht kurzen Zeit ohne uns? Ich hoffe doch für dich das die Wohnung noch ganz ist!“
,,Du hörst dich ja schon so an wie Eero! Aber ja die Wohnung ist noch ganz. So wie du sie verlassen hast hab ich sie gelassen.“
,,Hat dir Aki also Eero und Pauli vorgestellt?!“
,,Ja, dass hat er und die Beiden sind echt nett!“
,,Ja, dass sind sie wirklich. Habt ihr Silvester zusammen verbracht?“
,,Jepp. Alle zusammen in Pauli’ s Wohnung. Apropos Pauli, ich sollte ihn mal anrufen und fragen ob seine Wohnung wieder in Ordnung is.“
,,O man da habt ihr aber richtig auf den Putz gehauen, was? Schäm dich! So ganz ohne mich!“
,,Verzeih mir Papa, passiert nich noch mal, versprochen!“ ich lächelte ihn gaaaaaaaaanz lieb an woraufhin er mich nur schief anguckte.
,, Dir ist echt nich mehr zu helfen, pikku!“
Wir liefen raus auf den Parkplatz.
,,Sag mal Mina: Du weißt aber schon wo Aki’ s Auto steht, oder?“
,,Nein, aber du hast doch sicherlich nichts gegen ein kleines Suchspiel, ne?“
Lauri seufzte laut auf, er sah echt putzig aus, so wie er dastand. So verloren. Hinter ihm das riesige Eingangstor mit der Eingangshalle des Flughafens, vor ihm, der mit Autos überfüllte Parkplatz.
,,O man was soll ich bloß mit dir machen?............ O.k , aber wenn ich hier heute tot umfalle auf diesem Parkplatz , dann ist das deine Schuld und nur damit du es weißt auf meinem Grabstein soll ,, At the clock strikes midnight, I hear them Dancing on the graves“ stehen!“
,,Ja, ja quengle nich rum Lauri. Ich find den Weg schon, vertrau mir!“
Nach einer Weile herum irren kamen wir, dann auch heil an Aki’ s Auto an.
,, Siehst du? Ich hab dir doch gesagt ich find das Auto schon.“
,Na endlich ich dachte ihr kommt gar nicht mehr. Hanna und ich wollten gerade los fahren. Steigt ein.“
Lauri lies sich sofort ins Auto fallen, ihm musste man DAS nicht zweimal sagen. Der Rest stieg dann auch endlich ein. Nachdem alle Koffer im Kofferraum verstaut waren, konnten wir endlich Richtung ,,nach hause“ fahren.
Keine drei Minuten, nachdem wir losgefahren waren nahm ich ein leises schnarchen rechts neben mir wahr. Lauri muss eingeschlafen sein. Hanna und Aki saßen vorne und unterhielten sich angeregt über die letzten Wochen. Sie merken es nicht, nur ich kann es hören.
In mir breitet sich ein wohligwarmes, unbekanntes, aber dennoch angenehmes Gefühl aus, wenn ich ihn dort so hilflos liegen sehe. Ich wünschte die Zeit würde jetzt stehen bleiben und ich könnte diesen magischen Augenblick für die Ewigkeit festhalten……….



Moi, moi an meine Süßen vor den PC’ s! *he,he*
Mittlerweile hab ich schon 9 Kapitel von ,,Black Rose“ geschrieben und ihr lest die ff immer noch! Ich bin dankbar für eure Ausdauer, weil ich ja nun wirklich nich oft weiter schreibe! ;-)
Ich bin stolz auf diese ff, weil es meine ,,erste“ ist und sie trotzdem gut bei euch ankommt. Ich glaube ihr habt schon alle meinen Gästebuch Eintrag gelesen und ich muss mich jetzt wirklich nich wiederholen, aber ich freue mich, dass ihr sie weiter lesen werdet!
Na ja genug gelabert! Ich habe diesen Eintrag nur gemacht, weil ich euch sagen wollte, dass ihr mir, genauso wie denn anderen Mädels, Feedback schicken könnt!
Egal ob positiv oder negativ- ich vertrage alles, meine Haut ist dick! *lol* Klar werde ich versuchen das ,,Problem“ zu beheben oder zu verändern.
Herzlich bedanken möchte ich mich bei meinen Schätzen der Yö und bei Pikku meiner besten Freundin, die hier bald mit mir am Start ist, fürs Probelesen und kommentieren!
Also lässt euch nicht in eurer mail- Lust hemmen und schickt nach Lust und Laune an
bernat-monika@t-online.de !
Jetzt halt ich mal die Klappe und schreibe mal artig weiter! Viel spaß beim lesen,
Eure Piru


10.

,,Hehey Lauri, Aufstehen!“ ich rüttelte ihn leicht wach.
,,Hmm…….was?“
,,Aufstehen du Schlaftablette wir sind da!“
,,Was? Wo sind wir?“ entgegnete ein schlaftrunkenes etwas.
,,O man…..zu hause, Lintu, in Hellsinki.“
,,Hellsinki? Nee lass mich hier, ich will weiter schlafen……“
,,Komm, deine Bett is doch sicherlich viel bequemer als der Rücksitz von Aki’s Schrottkarre.“
,,Was is mit meinem Auto?“ fragte er auch sofort neugierig grinsend.
,,Errr …….nix, nix!“ *räusper* Hmm vielleicht sollte ich leiser sprechen, sonst darf ich demnächst voll noch alleine nach hause latschen……… Nee also das will ich nun wirklich nich……*ggg*
,, Mina mein Bett is nich bequem……“
,, Dann schläfst du halt auf der Couch, aber komm jetzt Aki und Hanna sind schon ausgestiegen und warten auf uns .“
,, Auf der Couch schläft aber schon Aki und mit dem schlaf ich nich, der schuppst mich bestimmt von der Couch.“
,,Aki?“
,,Ja. Hanna wollte mit Aki und uns eine Art kleine ,,Willkommen zu Hause“ – Feier feiern und hat Alk eingekauft bei meinen Eltern.“
,,Gut dann schläfst du halt in der Badewanne!“
,, Da is aber so feucht drin.“ quengelt er weiter.
,, Ja dann duschst du halt nich vorher, dann is sie trocken. Können wir jetzt gehen?“ langsam fing der an zu nerven.
,, Kann ich nich bei dir schlafen? Dein Bett is viel bequemer.“
,,Woher willst du das wissen?“
,,Ich habs gekauft und ausgesucht, schon vergessen?“
,,Ich weiß nicht …..“
,,Bitte!“ na toll ein Hundeblick- da kann man doch gar nich widerstehen.
,,Ja, ok is ja gut du darfst heute Nacht bei mir penn.“ na das kann ja heiter werden. ,, Tu halt was du nich lassen kannst, aber ich warne dich, wenn du anfängst zu schnarchen kick ich dich aus dem bett und bring dich eigenhändig in die Badewanne!“ .
,,Danke!“ huch jetzt strahlt der ja wie ein Honigkuchenpferd. Wusste gar nich, dass ein Bett so viel Freude bereiten kann…..na gut ok ich geb ja zu, dass ist jetzt ,,etwas“ pervers rübergekommen …..
,, Sag mal wasn mit dir los? Keine verballen Widersprüche?“
,,Ähm nee, nich heute. Morgen vielleicht. Möchte ja lieb sein und bei dir schlafen.“
Er grinste mich an.
,, Ach das ich das auch erleben darf, ich fühle mich geehrt!“ füge ich ironisch grinsend hinzu.
,, Solltest du auch!“
,,Hey jetzt werd nich frech.“
,,Bin ich nicht ich sag nur die Wahrheit.“
Stille…
,,Lauri, sag mal trägst du deine Kontaktlinsen nicht mehr?“
,,Hey lenk nich vom Thema ab!“
,,Würd ich doch nie wagen!“
,,Machst du dich über mich lustig?“
,,Nein eigentlich nich…“
,,Was heißt hier eigentlich?“
Plötzlich wurde die Tür ziemlich schwungvoll aufgerissen und ein halb erfrorener Aki steckte seinen Kopf hinein.
,,Sagt mal hättet ihr die Güte eure Astralkörper mal aus meinen Auto zu bewegen und die Tür aufzuschließen? Falls ihr es schon vergessen habt: Ihr seit die einzigen beiden die einen Schlüssel haben und Siiri kommt erst in ein paar Tagen wieder, also würdet ihr bitte? Hanna und mir ist nämlich verdammt kalt.“
Er warf uns einen halb- wütenden halb- flehenden Blick zu.
,,Na wenn du schon so fragst…“ grinste ich und stieg über Lauri hinweg um auszusteigen.
,,Hey vordrängeln gildet nicht!“
,,Nich heuln, Schatz. Vergiss nich: du wolltest nett zu mir sein.“
,,Das ist unfair weißt du das?“
,,Nein unfair ist das nich, du wolltest bei mir schlafen nicht ich.“
,, Lauri warum willst du bei Mina schlafen hast du kein eigenes Bett?“ fragte Hanna nachdem wir es mittlerweile bis zur Tür geschafft haben.
,,Doch schon ,aber das is unbequem ….und außerdem was geht dich das an?“
,,Sorry war nur eine Frage, werd nich gleich zickig, Nalle.“

Im Treppenhaus:
,,Scheiße, dass der Fahrstuhl aber auch immer in solchen Momenten kaputt sein muss.“
,,Nun quengel nich rum Lauri sind doch nur noch zwei Stockwerke.“ Lauri lief hinter mir, seine Tasche hinter sich her schleppend. Hanna und Aki waren mal wieder schneller als wir und schon ein Stockwerk über uns.
,,Haha, Mina siehst du mich lachen? Schlepp du doch mal sone schwere Tasche die ganzen Treppen hoch!“
,,Mensch Lauri du warst zwei Wochen weg, wie viel hast du mitgenommen?“
,,Meinen halben Kleiderschrank.“
,,Ja klar, dein halber Kleiderschrank liegt bei dir im Zimmer verstreut.“
,,Ich hab halt noch ein paar mehr Klamotten und außerdem was hast du in meinem Zimmer verloren?“
,,Verloren hab ich nix, in dem Chaos hätte ich es sowieso nich mehr wieder gefunden… ich habe nur was gesucht.“
,,Und was?“
,,Meine Fresse darf ich denn nicht mal dein Zimmer betreten? Hast du irgendwas geklaut was keiner sehen darf, oder was?“ lachte ich los.
,,Nein, aber du hättest ja auch fragen können.“
,,Ich wollte mir eine Björk- CD anhören, sollte ich deshalb anrufen?“
,, Joa, wenn sie in meinem Zimmer lag, dann ja.“ Grinste er mich belustigt an.
,,Dein Glück, dass es im Treppenhaus keine Kissen gibt sonnst hättest du schon eins in der Fresse!“
,,Soll, dass eine Drohung sein?“
,, Hmm…. joa ….könnte schon sein, wieso?“ lächelte ich mit einem Engelsblick.
,,Das wirst du schon sehen…“ sehr mysteriös, sollte ich jetzt lachen? Sorry hab meinen Einsatz verpasst.
,,Sehr einfallsreich, muss ich schon sagen Mr.Ylönen, mir einfach zurück zu drohen ist wirklich eine gute Antwort!“
,,Ja ich weiß und noch besser wird sie sein, wenn ich sie in die Tat umsetzte!“
,,Na ich freu mich schon drauf!“
Mittlerweile haben wir es geschafft in den 8. Stock zu trotten und standen jetzt vor dem letzten Hindernis: einer Stahltür die denn Weg in den Flur versperrte. Lauri hatte sich während unseres Wortgefechtes vor mich gedrängelt und stand nun vor der riesigen Tür und versuchte diese aufzumachen. Er stand da, mit seiner riesigen Tasche die er sich umgehängt hatte und zwei weiteren Taschen in den Händen und versucht die Tür zu öffnen. Anscheinend kam er nicht darauf die beiden anderen Taschen abzustellen. Er stellte sich so ungeschickt an, dass ich nicht anders konnte als leise loszukichern. Leider hatte er es mitbekommen und drehte sich abrupt um.
,,Sag mal lachst du mich aus?“
,,Nein, wenn du es so wissen willst würde ich eher sagen ich lache dich an.“
,,Danke, ich fühle mich geschmeichelt, aber findest du nicht auch das es nett wäre mir zu helfen bei der Tür?“
,,Nein finde ich nicht, aber wenn das arme kleine Lauri die Tür nich alleine Aufkriegt dann will ich mal nicht so sein und ihm helfen.“
,,Überaus freundlich von dir, wirklich.“
Nach weiteren 10 Minuten hatten wir es endlich geschafft in die Wohnung zu kommen, ohne weitere nennenswerte Zwangspausen einzulegen.


11.

,,O man, war das eine anstrengende Woche!“ mit einem lauten plumpsen lies ich mich genüsslich rückwärts in die Couch fallen.
,,O ja, dass kannst du laut sagen!“ Lauri ließ nich neben mir nieder.
Wir hatten gerade Hanna zum Flughafen gebracht.
Es ist eine Woche vergangen seit dem Lauri mit seiner Schwester hier ankam. In dieser Woche hatten wir ziemlich viel erledigt:
Hanna will ab dem nächsten Sommer hier in Hellsinki studieren und wollte deshalb, dass wir ihr halfen eine Wohnung zu finden, weil das Stundentenheim schon überfüllt war. Lauri und ich sind jeden Tag mit ihr umher gezogen um etwas Passendes zu finden, doch Fehlanzeige nicht war so wie es sein sollte. Die meisten der Wohnungen die wir besichtigt hatten waren entweder zu klein oder man musste zu viel an ihnen machen, weil sie zu zerfallen drohten. Das Leute sich trauten so etwas zu vermieten, dass ist wirklich schon beängstigend. Vor zwei Tagen erfuhr Lauri dann von einer Wohnung die verkauft werden sollte, also von einer Eigentumswohnung, und die erfüllte wirklich alle Kriterien:
Sie war groß, so wie unsere Wohnung (warum Hanna so eine große Wohnung als Studentin wollte wusste ich bis heute nicht),hatte nicht zu viele Wände, einen Balkon und war geräumig………..und das wichtigste, was Lauri sehr am Herzen lag, sie war nich weit weg von unserer Wohnung……….sie war sogar näher dran als man dachte, viel näher dran…….
,, Sag mal und du bist dir wirklich sicher, dass Hanna in dem Loft am anderen Flurende einziehen soll? Ich mein nicht das ich deine Schwester nich leiden kann oder so was- nein, sie ist mir sogar sehr sympathisch, aber ich mache mir sorgen das ihr dann zu sehr aufeinander hockt, wenn du sie andauert siehst. Ich glaube das eure Geschwisterliebe darunter leiden könnte.“
,,Mina es ist ja nett das du dir sorgen um Hanna und mich machst und ich weiß das auch zu schätzen, aber………..sie ist eine wichtige Person für mich………meine wichtigste Bezugsperson…….. und es ist mir wichtig ihr helfen zu können, wenn sie hier mal nich zurecht kommt und außerdem kann ich dann auch immer zu ihr wenn was is, und das is mir auch wichtig!“
,,Mensch Lauri du hörst dich ja schon so an als wärst du ihr großer Bruder. Sie ist zwei Jahre älter als du und dazu nich blöd, wenn was is kann sie auch gut allein zurecht kommen, aber wenn du meinst ich möchte mich da nich einmischen….“
,,Tust du doch schon!“
,,Tu ich nich!“
,,Tust du doch!“
,,Nein!“
,,Doch!“
,,Nein!“
,,Doch!“
,,Nein!“
,,Doch!“
,, Ok, der klügere gibt nach!“
,,Na das wär dann ja wohl ich!“
,,Nein mein lieber das bist du mit Sicherheit nich, nicht diesmal!“
,,Doch, bestimmt!“
,,Nein!“
,,Doch!“
,,Nein!“
,,Doch, wenn ich’s dir doch sage!“
,,Nein!“
,,Dohoch!“
,, Argh….man Lauri du machst mich verrückt!“
,,O schön, gut zu wissen…“
,,Ich meinte das nicht so wie du jetzt denkst, dass ich meinte!“
,,Doch!“
,,Nein!“
,,Doch!“
,,Nein!“
,,Doch!“
,,Wie lange willst du das Spielchen denn noch spiel? Langsam nervt das!“
,,Hmm……….weiß nich. Vielleicht bis du mal nich immer nur nein- sondern auch ja sagst!“
,,Na da kannst du lange warten! Bei deinem Argumenten und Aussagen werde ich immer nein sagen.“
,, O man Mina aus dir werd ich nich schlau…….“ Er seufzte leicht, stand auf und ging in die Küche. Ich blieb im Wohnzimmer sitzen, war vielleicht auch besser so, denn wenn das so weitergehen würde wie bisher, dann….ich weiß es nicht. Es war schon schwer mit Lauri. Ich meine einerseits ist er mir sehr ans Herz gewachsen- auch wenn ich nie geglaubt hätte das ein blonder Wirbelwind das zustande bringen würde- tat er es. Ich war nun seit fast 2 Monaten 24 Stunden am Tag mit Lauri unterwegs. Mal zeigte er mir wieder einen neuen, mir noch unbekannten Teil Hellsinkis oder stellte mir seine Freunde vor. Na ja und in letzter Woche
gab es so gut wie gar keinen Augenblick mehr an dem wir nicht zusammen gewesen wären. Tja und die liebe Siiri machte auch gar keine Anstallten wieder zu uns zu ziehen.
,,Wenn Hanna zum studieren kommt“ sagte sie mir gestern am Telefon ,,dann ziehe ich wieder zu euch rüber“ und das wäre ja erst im Sommer dem Anschein nach zu urteilen.
Ein leichtes seufzen entglitt mir. Ich blieb noch ein wenig auf der Couch sitzen und ließ mir die Geschehnisse der letzten Wochen durch den Kopf gehen, auch den Umzug Hanna’ s nach Hellsinki. Ich freute mich um ehrlich zu sein, dass sie kam. Dann wäre ich nicht soooo allein hier. Ja gut ich hatte die Siiri, aber die war in letzter Zeit nur noch mit Teijo beschäftigt. Natürlich hatte ich noch den Lauri und den Aki, mit denen ich mich auch sehr gut verstehe, aber mal ehrlich- ich kann doch mit den Beiden kein typisches Frauengespräch führen. Die sind doch nicht Schwul. Vielleicht sollte ich mit hier in Finnland einen schwulen Freund suchen? Obwohl Aki und Lauri würden mit etwas schminke auch als Paar durchkommen……..
bei dem Gedanken daran musste ich lächeln und schlafe ein.

12.
,,Kannst du mir auch ein Bier geben?“ Freitag abend- Lauri und ich haben uns endlich einen Videoabend eingerichtet.
,,Bin ich dein Bimbo? Wie heißt das Zauberwort?“ ich grinse ihn an. Er sitzt im Wohnzimmer vor dem Fernseher und Kämpft verzweifelt seit 15 Minuten mit dem Videorekorder. Er sieht witzig aus. Knieend vor dem Rekorder, seine Haare hängen ihm nass ins Gesicht. Er hat sie frisch gewaschen.
,,Aber dalli?“ dieses kindliche Lächeln.
,,Na das is wohl eher das Anti- ich- gebe- dir- ein- Bier- Wort.“ Ich gehe langsam zurück aus der Küche ins Wohnzimmer. Ich ziehe eine Augenbraue hoch.
,,Nein warte..........Bitte?"
,,Wow Lauri! Du hast es erfasst!“ ich gehe lachend wieder zurück zum Kühlschrank. Wenige Minuten später stehe ich wieder neben ihn und halte ihm das Bier hin. Er nimmt es dankend an, trinkt einen großen Schluck. Ich lasse mich auf die Couch fallen. Minuten vergehen………
,,Sag mal, soll ich dir irgendwie helfen?“
,, Nein ich schaff das schon! Danke.“
,, Lauri das bezweifle ich ja auch gar nich, es is nur so, dass es schon halb neun ist und ich die Filme gerne noch heute sehen würde. Mal davon abgesehen das Aki bald kommen muss.“
,,Mina“ er macht eine kleine Pause ,,ich kann unter Zeitdruck nicht Arbeiten!“ er macht eine gespielt besserwisserische Miene. Ich kann nich anders und fange an zu lachen, kurz später stimmt er in mein lachen mit ein.
Das Telefon klingelt. Ich stehe immer noch lachend auf und nehme ab. Die Tränen wegwischend melde ich mich am Telefon.
,,Mina? Geht’s dir gut?“ oh… Aki.
,,Ja klar, wieso?“
,, Frag nur, weil du dich so komisch anhörst.“ Hähä komisch ist das richtige Wort.
,,Ist eine lange Geschichte- erzähl ich dir irgendwann, nich so wichtig. Warum rufst du an? Hoffentlich um mir zu sagen da du schon unterwegs bist!“
,,Weißt du………..ich glaub ich kann Heute Abend doch nicht.“
,,Och nee….Aki! Du hast es mir doch schon letzte Woche versprochen, dass wir uns einen schönen Abend machen.“
,,Ja sorry tut mir auch Leid, aber meine Eltern kommen noch heute Abend fürs lange Wochenende. Aber wir hohlen das so schnell wie möglich nach ok?“
,,Hmm…….“
,,Hey komm, du hast ja noch Lauri.“
,,Ja eben, nur ihn!“
,,Wie? Und was ist mit Siiri, Timo, Eero und Pauli?“
,,Siiri und Timo sind auf einem Concert, Timo hatte sie eingeladen weil sie ja Geburtstag hatte und Pauli hat ein Date.“
,,Echt? Pauli hat ein Date? Na endlich mal wieder……… und was ist mit Eero?“
,,Keine Ahnung. Ich kann ihn nicht erreichen ich glaub der ist immer noch im Urlaub.“
,,Aha…..komm Kopf hoch Lauri beißt nicht!“ ein Lachen am anderen Ende der Leitung.
,,Hmm…….grüß deine Eltern von mir.“
,,Ja gut mach ich und du Nalle. Nächstes mal lass ich dich nich hängen, versprochen!“
,,Ok. Bye.“
,,Viel spaß. Bye“ ich hänge auf.
,,Und kommt er zu spät?“ eine Stimme aus dem Wohnzimmer.
,,Nein Aki hat abgesagt. Seine Eltern kommen.“
,,Achso."
,,Ach ja ich soll dich von ihm grüßen."
,,Ok. Danke.....Ey weißt du was?"
,,Nee, was denn?"
,, Ich habs geschafft! Der Film geht!“ er guckt mich stolz an. Ich beuge mich zu ihm runter.
,,Super, dann können wir ja endlich!“

13.
LAURI
,, Mina willst du vielleicht noch was zu………oh “ Ich hatte gar nicht gemerkt, dass sie eingeschlafen ist……. Vielleicht sollte ich sie schlafen lassen es war wieder eine anstrengende Woche. Ich mache den Fernseher aus und hole eine Decke mit der ich sie dann zudecke. Ich setzte mich vor sie und beobacht sie noch einen Augenblick. Ihre braunen Haare schmiegen sich ganz sanft um ihre weichen Gesichtskonturen, ihre Augen, fast schwarz wie die Nacht jedoch genauso magisch … sie weiß es nicht, aber ich habe manchmal das gewisse Verlangen. Das verlange nach ihr. Nach dem Geruch ihrer Haut und ihrer Haare, wenn sie frisch geduscht ins Zimmer kommt. Nach ihrem herzhaften und ehrlichen Lachen. Nach ihrem Blick den sie mir immer schenkt, wenn sie weiß, dass sie Recht hatte und ich nicht… und nach ihren Lippen. Was würde ich dafür geben ihre Lippen einmal schmecken zu dürfen. Selbst wenn sie vergiftet wären würde ich es tun, nur um einmal dieses Gefühl zu spüren, das Gefühl das sie mir gibt wenn wir zusammen sind. Ich weiß nicht warum, aber ihr Anblick hypnotisiert mich ….Sie ist wunderschön … ja …. das ist sie wirklich. Ich würde sie so gerne mal in meine Armen halten und ihr die Nordlichter zeigen, nur wir zwei und die Nacht, ganz allein im Wald …… ohne das zerstören zu wollen was wir jetzt haben….. fange ich ganz leise an zu singen:
,,… and I hope, your Majesty,
that you like your Position
and I’ll do everything I can
to keep you by my side,
and I’ll stare out trough the Darkness to find us a kingdom …
just kiss me before I go………“ ein letztes Mal streiche ich ihr durch die Haare…
ein leichtes Lächeln huscht über ihre Lippen…… ob sie mich gehört hat?

14.
MINA
Dring………Dring…….!
,,Oh nee wer ruft denn mitten in der Nacht an?“ mit diesem wundervollen Geräusch wurde ich also geweckt und natürlich, dann wenn ich schön am Träumen bin! Super Start in den Tag.... Dring……… Dring!
,,Ja ja ich komm ja schon!“ rufe ich in Richtung des Telefons.
Man wo ist den Lauri wenn man ihn Braucht? Langsam quäle ich mich aus – der Couch? Wie bin ich den hierhin gekommen? Na ja egal es ist jetzt überlebenswichtig das dieses Ding aufhört zu Klingeln. Etwas genervt nehme ich den Hörer ab.
,, Hallo?“
,,Hanna?“
,,Nein. Hanna wohnt hier nicht mehr. Nochwas?“
,,Siiri?“ haha Spaßvogel holt der mich etwa aus dem Bett nur um Ratespielchen zu spielen? Nein Danke!
,,Hör zu: sag was du willst oder zu wem du willst sonst leg ich auf. Es ist nämlich …… 12 Uhr Mittag und ich könnte echt noch mal eine Mütze schlaf verdienen……..“
,, Ja ja ist ja gut Mina werd jetzt nicht gleich pampig schon am frühen Morgen mir war halt einfach langweilig und ich wollte sehen ob du noch schläfst.“ wundervoll, ein lachender Lauri am anderen Ende der- Leitung?
,, Momentmal…. Was machst du am Telefon? Warum bist du nicht zu hause?“
,, Wer sagt denn, dass ich nicht zu hause bin?“ noch mehr Gekicher.
Jetzt erst richtig genervt lasse ich den Hörer fallen und renne bis zum Ende des Flurs jedoch rutsche ich unglücklicher Weise auf dem Parkettboden aus und falle – wortwörtlich – in sein Zimmer.
,, Hey, hey nicht so stürmisch du verrenkst dir ja noch was.“ Und wieder lacht er. Hat wohl gute Laune der Herr.
,, Pass auf das ich dir gleich nichts verrenke du, du…………. Spaßvogel!“ o ja ich merk schon- sehr einfallsreich Mina.
,, Danke ich weiß deine Kommentare zu schätzen!“
Ich stehe auf und renne schnurstracks auf sein Bett zu.

Jetzt sitze ich auf seinem Bauch und fange an ihn zu kitzeln.
,, Sag mal glaubst du ich lass mich so einfach von dir verarschen oder was? Nee, nee du , dass gibt Rache!’’
In kleinem Abständen fange ich an ihm in die Seite zu knuffen. HA! Ich hab’s doch gewusst- er ist kitzlig! Eine drei-viertel Stunde ist schon vergangen seit dem ich meine ,,Racheaktion“ gestartet habe und Lauri , winselt unter mir schon um gnade’vor lachen, neeeeeeein das kriegst du nicht kleiner , den Spaß gönn ich mir noch. Gerade als ich ansetzte ihn ordentlich durchzukitzeln, räuspert sich irgendetwas aus der Richtung wo die Tür steht.
,, Wisst ihr, ich bin immer davon ausgegangen, dass ihr zwei erwachsene Leute seit und ich euch eine Weile alleine lassen kann, ohne das ihr euch an die Gurgel geht.“
,, Mensch Siiri , dass ist eine gerechtfertigte Racheaktion. Lass mir doch den Spaß, schließlich hast du mich mit dem da ja auch allein gelassen und irgendwie muss ich mich hier als Repräsentantin der weibliche Rasse durchsetzten können gegen das, vom aussterben bedrohte Lauri-mon!“ich zeige mit dem Finger auf Lauri. Siiri fängt an zu kichern.
,, Achso ich versteh du versuchst dein Revier zu markieren?“
,, Ja genau!“
,, Heeey! Das ist immer noch meine Wohnung und wenn hier einer sein Markier reviert dann bin ich das!“ ich fange an zu kichern. Lauri sitzt, absolut überzeugt von dem was er da gerade gesagt hatte, da und starrt uns mit großen Augen an.
,, Ja, ja ich versteh schon, dass du nicht verstehst wie wir die Grammatik verstehen.“ Gut gemerkt Siiri.
,,Was?“ o man jetzt haben wir Lauri, aber echt aus dem Konzept gebracht!
,, Tja, da ist das Niveau unserem Herrn Ylönen aber zu hoch was?“ *g*
,, Tja, ausgetillt!“ mir einem fetten grinsen schau ich zu ihm herüber.
,, Heeeee! Moment mal….!“ Er steht auf und läuft uns hinter her in die Küche.
,, ……… das stimmt doch gar nich!“
Ich setzte mich schön gemütlich an meine Tasse Kaffe, die mir Siir kurz vorher gemacht hatte und erwidere mit einem kindlichen unterton.
,, Stimmt wohl!“

Gerade als Lauri dabei ist zum erneuten Protest anzusetzen klingelt neben ihm das Telefon.
‚, Das ist für mich, Finger weg!’’ Huch. Siiri ist heute aber stürmisch.
Lauri guckt mich etwas entgeistert an, wahrscheinlich gucke ich genauso in dem Moment Siiri an.
,, Das ist bestimmt Tejio, er wollte anrufen wenn er wieder vom Einkauf zurück ist.’’
Ein kurzer Blick auf die Anzeige versicherte ihre Behauptung und sie nimmt ab.
,, Hallo Schatz, hast du alles gekauft worum ich dich gebeten hatte?’’
-
,, Was? Warum? Muss dass sein?’’
Sie schaut etwas verbittert auf den Hörer und überreicht ihn schweren Herzens Lauri.
,, Hier. Er will dich kurz sprechen.’’
Um ehrlich zu sein geht mir das ziemlich gegen den Strich, ich wollte gerade wieder anfangen Lauri zu ärgern, aber na ja, mal schaun was Tejio zu sagen hat. Lauri ergreift den Hörer.
,, Hey Tejio, ich höre?’’
Ich habe mich ganz nah zu Lauri gestellt, sodass ich hören kann was Tejio antwortet.
,, Ich weiß Siiri und Ich oder besser, besonders Ich vernachlässige dich als Freund in letzter Zeit echt stark, dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich hab mir überlegt ob wir heute nicht weggehen wollen, sofern du nichts anderes vorhast. Als so eine Art Erneutes Freundschaftsangebot, ich lad dich ein.’’
Man das lass ich mir nicht zweimal sagen, egal ob Lauri mit will oder nicht. Kurzerhand höre ich mich selbst in den Hörer rufen.
,, Ich würd gern mitkommen!’’
Erstaunen aus dem Hörer.
,, Lauri, deine Stimme klingt irgendwie weiblicher seit unserem letzten Telefonat.’’
Er guckt mich etwas giftig an. Tschuldige. Ich wusste schon immer, dass du in Wirklichkeit eine kleine Transe bist.
,, Man Tejio, das war Mina.’’
,,Achso, ja na dann. Was ist mit dir? Kommst du jetzt mit? So gegen 8 vor dem Lost & Found?’’
,, Ja ist gut ich komme gerne, also bis dann.’’
Jetzt haben die mich glatt vergessen.
,, Und ich?’’
,, Wenn Lauri nichts gegen hat kannst du mitkommen. Ich lad dich auch ein.’’
Ich gucke Lauri an. Er schaut etwas misstrauisch, dann antwortet er in den Hörer.
,, Wir können sie ja vorerst mitnehmen, wenn sie sich nicht benehmen kann wird sie von alleine rausgeschmissen.’’
Gut das Letztere überhöre ich ganz dezent und freue mich schon auf heute Abend, ich glaube mit Tejio war ich noch nicht weg… hmmm mit den beiden in einer Bar, scheint viel versprechend zu sein. Wie hieß die Bar nochgleich? Lost & Found? Momentmal war das nicht….
,, Lauri, kann ich dich kurz was fragen?’’
Er verabschiedet sich mit Tejio und legt auf.
,,Hey spendieren tut schon Tejio, ich nehme kein Geld mit.’’
,,Ja, nein das meinte ich nicht. Ich wollte was anderes wissen. Kannst du mir sagen warum du und Tejio in eine Schwulenbar geht? Das Lost & Found ist soweit ich weiß eine Schwulenbar…..Ich muss sagen du wirst mir immer sympathischer.’’ Ich grinse vor mich hin. Eine wirklich nette Vorstellung Lauri und Tejio würden ein tolles Pärchen abgeben….
,, Hey das ist nicht so wie du jetzt denkst’’ oooooo Lauri du weißt nicht was ich denke., zu schade ,,Dort ist der einzige Platz wo du ungestört feiern kannst und es ist nicht so voll.’’
Hmmm ich würde sagen auf einer Skala von 1 – 10 hätte Lauri eine -1 bekommen, wenn es darum geht sich eine gute Ausrede einfallen zu lassen.
,,Jaja ist schon klar Nalle, aber mach dir keine sorgen, ich sags nicht weiter.’’
Ein recht entgeisterter Blick trifft mich.
,,Man du verstehst das nicht…. Ach denk was du willst. Heute Abend wirst du sehen das ich Hetero bin.’’
Na da bin ich aber mal gespannt.




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